HILFE, FREILAUFENDE RINDER!






Mutterkühe haben einen starken Schutzinstinkt gegenüber ihrem Kalb. Sind ein oder mehrere Kühe in der Herde paarungsbereit ist auch mit dem Bullen nicht zu spaßen. Rinder sind außerdem Gewohnheitstiere. Sie begegnen Abweichungen von der Tagesroutine und allem Fremden mit Vorsicht. Das können unbekannte Personen sein (oder auch nur andere Kleidung), Fahrzeuge, Hunde etc.

Rinder entscheiden in vermeintlichen Gefahrensituationen zwischen Flucht und Angriff. Fällt die Wahl auf letzteres, können sie einen Menschen mit Leichtigkeit schwer verletzen oder töten. Auch eine fliehende Herde könnte einen Menschen einfach niedertrampeln. Aus diesem Grund sollten sich Fremde und Unerfahrene einer Rinderherde auf der Weide nicht nähern, erst recht nicht, wenn kleine Kälber darunter sind oder sie einen Hund dabei haben!

Bei großen Weideflächen, durch die Wanderwege führen, sind die Tiere die Anwesenheit fremder Menschen gewohnt und es ist meist Platz, um großzügig auszuweichen. Da ist die Lage natürlich entspannter als bei Weiden, die sonst nicht betreten werden. Könnt ihr einmal nicht drumherum kommen eine umzäunte Weidewiese zu überqueren (ist bei unseren Weiden nicht der Fall), solltet ihr immer einen langen Stock dabei haben, um im Notfall! einem Angreifer kräftig eins auf Auge oder Nase geben zu können. So kann man eventuell etwas Zeit gewinnen, um sich z.B. unter einem Zaun hindurch in Sicherheit zu bringen. Es wäre nur ein letzter Ausweg für den Ernstfall, wenn ein angreifendes Tier schon sehr nahe ist. Zum erfolgreichen Weglaufen braucht man etwas Abstand, denn auch das am schwerfälligsten wirkende Rind ist schneller als Menschen, wenn´s drauf ankommt. Auf jeden Fall sollte man aber versuchen, sich aus dem Staub zu machen, denn einfach stehen bleiben oder sich klein machen oder gar hinlegen wäre ein Fehler. Damit es gar nicht erst dazu kommt:


10 Verhaltenstipps bei freilaufenden Weiderindern


  1. Haltet immer viel Abstand zur Herde. So respektiert ihr den "Wohlfühlbereich" der Rinder, innerhalb dessen sie sich nicht bedroht fühlen.
  2. Geht nicht durch die Herde - also nicht zwischen verschiedenen Tieren hindurch. Ihr würdet damit eine kurze räumliche Trennung einzelner Tiere vom Rest der Herde erzeugen, was Angst bzw. den Schutz- und Verteidigungsinstinkt der Tiere auslöst.
  3. Nähert euch keinesfalls Kälbern! Aus einer völlig entspannten Kuh kann urplötzlich eine Furie werden, falls sie in euch eine Gefahr für ihren Nachwuchs sieht oder wenn ihr Kalb aus Angst ruft.
  4. Ruft den Tieren nicht zu und vermeidet Lärm. Versucht nicht Rinderlaute oder Kälberrufe nachzuahmen.
  5. Wedelt nicht mit Gegenständen, Stock oder Armen herum.
  6. Dreht den Tieren nicht den Rücken zu.
  7. Falls ihr nicht alleine unterwegs seid, bleibt als Gruppe zusammen. Rinder haben naturgemäß vor der Gruppe mehr Respekt. Außerdem vermeidet ihr so, versehentlich einzelne Tiere einzukreisen, siehe Punkt 2.
  8. Behaltet den Bullen im Auge. Wenn er mit den Füßen scharrt, euch "zunickt" und die Hörner präsentiert oder euch demonstrativ die Seite entgegendreht (also seine volle Körperpacht), dann fühlt er sich bedroht. Ihr solltet dann mehr Abstand einhalten.
  9. Nehmt euren Hund an die Leine!
  10. Wird euer Hund attakiert, lasst ihn laufen! Ihr könnt ihm nicht helfen, sondern bringt euch andernfalls nur selbst in Gefahr. Außerdem ist euer Hund viel schneller als ihr.


Appell an Besucher, Spaziergänger und Hundehalter:


Bitte, liebe Besucher, geht nicht ohne uns in den Stall oder gar hinter die Fressgitter zu den Tieren hinein!

Bitte nehmt eure Hunde in der Nähe einer Weide an die Leine und lasst sie nicht auf landwirtschaftlich genutzten Flächen ihr Geschäft verrichten! Hundekot im Futter kann tödlich für Rinder sein und es kommt immer wieder zu solch tragischen Verlusten.