DER RINDERSTALL






  • im Winter: Freilaufstall mit Stroheinstreu und kleinem befestigten Außenfreilauf, ohne Boxen oder Buchten
  • Frühjahr bis Herbst: freier Weidegang

Wir haben das Glück, dass unsere Weidefläche direkt am Stall liegt. So können die Rinder während der Weidesaison jederzeit und nach Belieben in den Stall hinein, um zu trinken, Heu zu fressen, am Salzstein zu lecken, oder vor Hitze, Sonne und Regen zu flüchten.

Da unser schwerer, lehmiger Boden im Winter zu matschig wird, ist der Weidegang zu dieser Jahreszeit nicht möglich. Die Tiere würden die Grasnarbe sonst völlig zertrampeln. In der kalten Jahreszeit sind die Rinder daher im Freilaufstall untergebracht. Es ist ein ehemaliger Anbinde-Milchviehstall aus den 1970ern, dessen gesamte Lauf- und Liegefläche mit Stroh eingestreut wird.

An unserem Kuhstall erkennt man noch die alte Bauweise: massiv, geschlossen und relativ niedrig. In solchen Ställen war es auch im Winter warm, dafür aber oft feucht und stickig. Heutzutage werden neue Ställe ganz anders gebaut: hoch und offen, um viel Kontakt zum Außenklima zu ermöglichen, mit Frischluft, Kältereiz und Sonnenlicht. Da die Baukosten für einen solchen Stall sehr hoch sind, arbeiten wir mit dem was schon da ist. Mit durchdachten und kostengünstigen Umbauten in Eigenregie versuchen wir den Stall zu optimieren. Er soll trocken, sauber und zugfrei sein.

Blick in den Kuhstall
Blick in den Kuhstall

Im Stall ist die gesamte Herde immer zusammen. Müssen einzelne Tiere zeitweise separiert werden (z.B. für´s Abkalben oder wegen Krankheit), können wir mittels dicken Holzriegeln und Stromgittern einzelne, reversible Abteile schaffen. Nur für die Kleinsten gibt es ein dauerhaftes Extra-Abteil (Kälberschlupf), welches die Kälber nach Belieben betreten und verlassen können.

Bolly auf dem Freilauf
Bolly auf dem Freilauf

Die Stallfläche für die Tiere misst 209 Quadratmeter (inklusive dem 45qm großen Außen-Freilauf). Bei durchschnittlich 20 Tieren unterschiedlichen Alters und Größe macht das für jedes Tier, egal ob Kalb oder Mutterkuh gute 10 Quadratmeter. Das ist laut EU-Öko-Verordnung völlig ok (mindestens 5 bis 6qm pro ausgewachsener Kuh). Wir würden unseren Dicken aber gerne noch mehr Platz bieten. Sobald Zeit und Finanzen es erlauben, wollen wir zumindest den Freilauf vergrößern.

Im Winter wird der Stall täglich mit Stroh eingestreut. Es ist ein sog. Tiefstreustall, bei dem die Rinder auf einer langsam anwachsenden Stroh-Mist-Matratze stehen. Durch das Laufen und Liegen der Tiere wird das Einstreu zusammen mit den Rinderausscheidungen verdichtet. So entsteht sog. Festmist ohne Gülle. Oben wird immer wieder frisches, trockenes Stroh aufgestreut. Flüssigkeit sickert nach unten und wird dort aufgesaugt. Der obere Teil der Stroh-Mist-Matratze ist also relativ trocken und sauber, während der untere Teil feucht ist und zu rotten beginnt. Da bei diesem Verrottungsprozess Schadgase entstehen und die Mistmatraze Feuchigkeit speichert, ist das Stallklima in einem geschlossenen Stall umso besser, je häufiger man ausmistet. Im Winter misten wir alle 3 bis 4 Wochen aus. Zum Vergleich: Es gibt auch Tiefstreuställe, die nur einmal pro Saison oder Halbjahr ausgemistet werden (müssen?).

Der Mist ist für uns wichtiger Dünger. Er wird auf einem Misthaufen gelagert, wo er rotten kann, und nach der Ernte- und Weidezeit auf die Wiesen und Weiden aufgebracht, um dem Boden wichtige Nährstoffe zurückzuführen. Wir haben zwar auch eine Güllegrube. Diese dient aber "nur" noch zum Sammeln von Sickerwasser vom Misthaufen und vom Freilauf. Der Rest ist Regenwasser. Der Grubeninhalt muss ebenfalls regelmäßig auf die Flächen gefahren werden.